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DIE AUGENUNTERSUCHUNG
Die Augenuntersuchung erfolgt in einem abgedunkelten Raum, um störendes Umgebungslicht
auszuschalten. Sie ist weder belastend, noch mit Schmerzen verbunden. Um die für
eine effiziente Untersuchung benötigte Zeit möglichst gering zu halten, ist es jedoch
notwendig, dass der Besitzer oder eine Hilfsperson den Kopf des Tieres locker fixiert.
Zu Beginn werden zunächst in einem Gespräch mit dem Tierbesitzer alle Details der
Vorgeschichte erfragt (Anamnese). Oft erscheinen die Fragen unwichtig, es sind jedoch
häufig diese für den Nicht-Mediziner nebensächlich wirkenden Gegebenheiten, die
für den Arzt ausschlaggebend sein können.
Auf dieser Seite können Sie sich über die gängigsten Untersuchungsmethoden informieren.
Bilder können durch Anklicken vergößert in einem eigenen Fenster
angezeigt werden!
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Untersuchungsmethoden mit einer Lichtquelle:
Das Otoskoplämpchen
Bei der Untersuchung mit Hilfe des Otoskoplämpchens kann man sich einen Überblick
über die Veränderungen am Auge schaffen. Da das Licht nicht sehr stark ist, können
zarte Veränderungen, die mit einer stärkeren Lichtquelle "überschossen"
werden, oft besser erkannt werden.
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Das Handspaltlampenbiomikroskop
Mit dem Handspaltlampenbiomikroskop – kurz "Spaltlampe" – werden die Augenumgebung
sowie von außen nach innen fortschreitend die verschiedenen Augenmedien mit 10-
bis 16-facher Vergrößerung in der Übersicht untersucht. Sollen Linse und Glaskörper
näher betrachtet werden, müssen in der Regel spezielle Augentropfen (Tropicamid)
verabreicht werden, die nach 20-30 Minuten zu einer Mydriase, also einer Weitstellung
der Pupille, führen. Diese verschwindet nach 1-12 Stunden wieder.
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Um die genaue Lage von Veränderungen fest zu stellen, wird ein spaltförmiger Lichtstrahl
ins Auge geschickt und somit ein "optischer Schnitt" durch das Auge gemacht.
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Der Mensch legt dazu das Kinn auf eine Vorrichtung der fest montierten Spaltlampe,
beim Tier wird die Spaltlampe in der Hand gehalten, um Bewegungen des Kopfes folgen
zu können.
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Die Funduskopie
Für die Betrachtung der Netzhaut müssen in der Regel spezielle Augentropfen (Tropicamid)
verabreicht werden, die nach 20-30 Minuten zu einer Weitstellung der Pupille (Mydriase)
führen. Diese verschwindet nach 1-12 Stunden wieder.
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Es kann entweder das Otoskoplämpchen verwendet werden oder als „indirekte Ophthalmoskopie“
eine Linse zwischen Untersucher und Auge des Tieres gehalten werden. Das durch diese
Sammellinse gesehene Bild wird mit einem Kopfbandophthalmoskop betrachtet – es wird
seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend gesehen.
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Schirmer Tränentest
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Der Schirmer Tränentest I dient zur Überprüfung der Tränenproduktion. Die wässrige
Phase des Tränenfilms wird bei Hund und Katze von der Tränendrüse und der Nickhautdrüse
gebildet.
Es wird ein spezieller Papierstreifen für 1 Minute in den unteren Bindehautsack
gehängt und dann der Wert in mm abgelesen. Bei einem gesunden Auge werden pro Minute
mindestens 15mm Flüssigkeit angesaugt.
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Es können bei bestimmten Erkrankungen auch weiterführende Untersuchungen
nötig werden:
Der Fluorescein-Test
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Hat die Hornhaut einen Defekt, kann dieser mit Hilfe des Farbstoffes Fluorescein
dargestellt werden.
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Nach Einbringen eines Tropfens Fluorescein in den Bindehautsack (der Farbstoff befindet
sich auf einem Filterstreifen, der angefeuchtet wird) und Ausspülen des überschüssigen
Farbstoffes stellen sich solche Defekte grün dar. Besser sind sie zu sehen, wenn
man die Hornhaut mit dem Blaufilter der Spaltlampe betrachtet.
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Andere weiterführenden Untersuchungen können erst nach Eintropfen eines Lokalanästhetikums
zur Ausschaltung der Schmerzempfindung durchgeführt werden:
Die Tonometrie
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Mit Hilfe des Applanationstonometers wird der innere Augendruck gemessen. Dazu wird
ein Lokalanästhetikum eingetropft und mit der Spitze des Gerätes mehrmals sanft
die Hornhaut berührt. Das Gerät berechnet dann aus dem Grad der „Eindrückbarkeit“
der Hornhaut einen Wert (Einheit: Millimeter Quecksilbersäule, mmHg). Der normale
Wert liegt bei Hund und Katze zwischen 8 und 25 mmHg. Eine Erniedrigung spricht
für eine Entzündung im Auge und eine Erhöhung für einen grünen Star.
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Die Gonioskopie
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Im „Kammerwinkel“ des Auges fließt ein Großteil der im Auge befindlichen Flüssigkeit
ab (sie wird ständig nachproduziert).
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Einen Teil dieser Struktur kann man normalerweise bei der Betrachtung des Auges
von der Seite sehen. Möchte man den gesamten Kammerwinkel sehen (wie es z.B. auch
zur Zuchtuntersuchung notwendig ist), muss eine Gonioskopielinse aufgesetzt werden.
Dies erfolgt nach Eintropfen eines Lokalanästhetikums und ist für das Tier nicht
schmerzhaft. Veränderungen des Kammerwinkels können zu einem grünen Star führen.
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Spülen der Tränenwege
Um die Durchgängigkeit der Tränenwege zu überprüfen, können diese gespült werden.
Die meisten Haussäugetiere haben einen unteren und oberen Tränenpunkt (z.B. Hund,
Katze, Pferd), das Kaninchen besitzt nur einen unteren Tränenpunkt. Die Tränenkanälchen
münden im Tränensack und der Tränennasengang führt zur Nase. Nach Eintropfen eines
Lokalanästhetikums wird eine dünne Kunststoff- oder Silberkanüle, auf der eine mit
physiologischer Kochsalzlösung gefüllte Spritze aufgesetzt ist, in den unteren oder
oberen Tränenpunkt eingefädelt. Wird nun gespült, sollte die Flüssigkeit am anderen
Tränenpunkt austreten. Außerdem sollte je nach Position des Kopfes entweder Flüssigkeit
aus der Nase austreten oder das Tier abschlucken. Vor allem beim Pferd ist es auch
möglich, von der Nase aus (retrograd) zu spülen.
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Die Untersuchung der Nickhaut
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Muss die Innenseite der Nickhaut untersucht werden, weil etwa ein Fremdkörper vermutet
wird, so wird nach Eintropfen eines Lokalanästhetikums mit Hilfe einer speziellen
Bindehautpinzette die Nickhaut erfasst und vorgezogen. Dieser Vorgang sieht für
den Laien oft brutal aus, ist aber nicht schmerzhaft. Kommt es zu Abwehrbewegungen,
so sind diese auf ein „Sehen“ der Prozedur zurückzuführen.
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Probenentnahme
Um bestimmte Krankheitserreger zu identifizieren oder eine Neoplasie ("Tumor")
auszuschließen, kann es notwendig sein, Tupferproben oder Biopsien zu entnehmen.
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Das Elektroretinogramm
Mit Hilfe des Elektroretinogramms (ERG) wird die Netzhautfunktion überprüft. Dazu
werden zwei Nadelelektroden unter die Haut gesetzt. Da sie sehr dünn sind, wird
das in der Regel nicht gespürt. Eine dritte Elektrode kommt nach Eintropfen eines
Lokalanästhetikums auf die Hornhaut (ähnlich einer Kontaktlinse). Diese dritte Elektrode
enthält auch eine Lichtquelle, die Lichtblitze ins Auge sendet. Die elektrischen
Potentiale, die die Sehzellen als Reaktion auf diesen Lichtreiz aussenden, werden
dann in Form einer Kurve aufgezeichnet, deren Amplitude bei einer gesunden Netzhaut
größer als 60 μV ist.
Diese Untersuchungsmethode ist vor allem wichtig, wenn der Augenhintergrund durch
Eintrübung der davorliegenden Medien nicht mehr eingesehen werden kann. Sie sollte
auch vor einer Linsenextraktion durchgeführt werden (siehe Operationen). Auch für
die Diagnose einer plötzlich erworbenen Netzhautdegeneration (SARD – siehe Augenerkrankungen)
ist ein Elektroretinogramm notwendig.
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Die Vorsorgeuntersuchung auf erbliche Erkrankungen
Bei Tieren, die für die Zucht genutzt werden sollen ist es sinnvoll, eine Untersuchung
auf erbliche Augenerkrankungen („Zuchtuntersuchung“) durchführen zu lassen. Dies
soll gewährleisten, dass Erbkrankheiten bei einer Rasse nicht zu einem Problem werden
können. Bei gewissen Hunde- und Katzenrassen ist eine solche Untersuchung vom Zuchtverein
vorgeschrieben und muss in 1-2 jährlichem Abstand vorgewiesen werden.
Die Untersuchung darf nur von qualifizierten und vom European Collage of Veterinary
Ophthalmologists (ECVO) anerkannten Tierärzten durchgeführt werden. Es wird im Anschluss
an die Untersuchung ein spezielles Augenzertifikat ausgestellt. Jeweils ein Durchschlag
bekommt der Tierbesitzer, der Zuchtwart, der Untersucher und die statistische Auswertungsstelle
des AKVO (Arbeitskreis Veterinärophthalmologie). Die Entscheidung, ob der Züchter
mit einem von einer erblichen Erkrankung betroffenem Tier züchten darf, wird vom
Zuchtwart des jeweiligen Klubs getroffen.
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