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OPERATIONEN
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Die Enukleation / Exenteration
Als Enukleation bezeichnet man die chirurgische Entfernung des
Augapfels. Diese Operation kann zum Beispiel bei Neoplasien
(„Tumoren“) im Auge oder schmerzhaften Erkrankungen, die zu einer
Erblindung geführt haben und mit Medikamenten nicht zu beherrschen
sind (z.B. grüner Star) notwendig werden. Es wird auch ein Teil der
Lider entfernt und die Haut anschließend vernäht. Ist das Fell
nachgewachsen so hat man den Eindruck, das Auge wäre geschlossenen.
Ein „Glasauge“ wird aus ethischen Gründen nicht eingesetzt.
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Bei der Exenteration werden zusätzlich alle in der knöchernen
Augenhöhle befindlichen Gewebe entfernt
(Augenmuskeln,
Fettgewebe…). Diese Operation wird zum Beispiel bei Neoplasien, die
hinter dem Auge liegen und nicht augenerhaltend entfernt werden
können, durchgeführt. Auch bei hinter dem Auge liegenden Abszessen
(Eiterherden) bei Kaninchen und Meerschweinchen ist die Entfernung
des Auges notwendig, da es nicht möglich ist, den Abszess von der
Maulhöhle aus zu spalten, wie es bei Hund und Katze üblich ist. |
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Nach der Operation werden schmerzstillende Medikamente und eventuell
ein Antibiotikum verabreicht und bis zur Nahtentfernung (10-14 Tage)
ist eine Halskrause zu tragen. Hunde sollten in dieser Zeit an der
Leine geführt werden, Katzen nicht ins Freie gelassen werden.
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Zwei Wochen nach der Operation und der Entfernung der Nähte.
Anmerkung: Die Halskrause wurde nicht immer getragen; Kratzspuren
sind erkennbar!
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Mischling, 5 Monate:
das rechte Auge musste nach einer perforierenden Kratzverletzung
durch eine Katze entfernt werden.Ca.
4 Wochen nach der Operation. |
[zum
Seitenbeginn]
Die Keratektomie / die Nickhautschürze / der
Bindehautlappen
Bei
Defekten oder Zubildungen der Hornhaut muss eine Keratektomie
durchgeführt werden. Dabei wird mit Hilfe eines kleinen Skalpells
die veränderte Hornhaut weggeschnitten. Je nachdem, wie tief der
Hornhautdefekt ist, kann im Anschluss eine Nickhautschürze oder ein
Bindehautlappen gemacht werden.
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Bei der Nickhautschürze wird das bei Hund und Katze im Gegensatz zum
Menschen vorhandene 3. Augenlid über das Auge gezogen und am Oberlid
für 2 Wochen festgenäht. Es dient zum Schutz der Hornhaut und zur
schnelleren Abheilung. |
Ist der Defekt sehr tief oder die Hornhaut perforiert, so wird ein
Bindehautlappen präpariert und auf die
Hornhaut genäht. Die Bindehaut dient dabei als Hornhautersatz und
durch den Stiel werden Blutgefäße zum Defekt gebracht und somit die
Heilung gefördert. Der Stiel kann nach 3 Wochen durchtrennt werden
und die auf der Hornhaut verbleibende und mittlerweile eingewachsene
Bindehaut wandelt sich in Narbengewebe um – es bleibt ein weißer
Fleck zurück.
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Bindehautlappen zur Therapie
eines tiefen Hornhautdefektes -
1. Tag |
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nach Druchtrennung
des Bindehautlappens nach 3 Wochen |
[zum
Seitenbeginn]
Traumatische
Lidverletzung
Der Patient wurde mit
zwei Risswunden im Oberlid vorgestellt, nachdem er eine halbe Stunde
zuvor von einem Pferd getreten wurde. Auf der Hornhaut sind
Kratzspuren zu sehen und die Pupille ist enger als am rechten Auge.
Zu so einer Miose kommt es nach einer schmerzhaften
Hornhautverletzung in Folge eines Reflexes (Axonreflex), der dazu
führt, dass sich der Irismuskel verkrampft (Ziliarspasmus). Da dies zu
zusätzlichen Schmerzen führt, ist es wichtig, die Pupille mit Hilfe
von Atropin-Augentropfen/– salbe weitzustellen. Zusätzlich bekommt
der Patient ein lokales (Augensalbe) und systemisches (Tabletten)
Antibiotikum und ein abschwellendes Schmerzmittel (Nichtsteroidales
Antiphlogistikum). Die Wunde wurde gereinigt und genäht.
Röntgenbilder vom Kopf wurden
angefertigt, um einen Knochenbruch auszuschließen.
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Frische Rissverletzung des
Oberlides eines Hundes nach dem Huftritt eines Pferdes. |
Nach chirurgischer Versorgung |
Hier sind an der
Hornhaut Kratzspuren erkennbar. |
[zum
Seitenbeginn]
Die Phakoemulsifikation
Die Phakoemulsifikation dient zur Entfernung des
trüben Linsenmaterials bei einer Katarakt (siehe Augenerkrankungen).
Falls die Linsentrübung schon so weit fortgeschritten
ist, dass die Netzhaut nicht mehr gesehen werden kann, sollte vor
einer Operation ein ERG (Elektroretinogramm) durchgeführt werden. Es
werden dabei Elektroden an die Haut und Hornhaut gesetzt und mit
einer Lichtquelle ein Lichtblitz ins Auge geschickt. Funktioniert
die Netzhaut, kann eine typische Kurve abgeleitet werden, deren
Amplitude nicht kleiner als 60 μV sein sollte.
Für die Operation wird das Tier in der Narkose
relaxiert, d.h. die Muskeln sind schlaff und es muss beatmet werden,
wofür eine spezielle Ausrüstung notwendig ist. Dies dient dazu, dass
der Augapfel nicht abrotieren kann sondern in zentraler Position
verbleibt und somit gut zugänglich ist.
Es wird dann ein kleiner Schnitt (2,8-3,5mm) am Rand
der Hornhaut gesetzt, sodass man in das innere des Auges gelangen
kann. Die Linse ist von einem Kapselsack umgeben. Um das
Linsenmaterial entfernen zu können, wird nun ein Loch in der
vorderen Linsenkapsel erzeugt. Das Linsenmaterial wird mittels
Ultraschall zertrümmert und zugleich abgesaugt.
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Ist
der Kapselsack intakt, kann nun eine Kunstlinse eingesetzt werden.
Ist das nicht möglich, so ist das Tier weitsichtig
und das Bild wird auf dem Kopf stehend gesehen woran sich das Tier
aber relativ schnell gewöhnen kann. Die Kunstlinse besteht aus
Silikon und ist faltbar. Sie kann so mit einem speziellen Instrument durch den kleinen
Hornhautschnitt in den Kapselsack „injiziert“ werden.
Die Hornhaut wird daraufhin mit einem feinen
Nahtmaterial genäht.
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Zur Nachversorgung ist es wichtig, den inneren
Augendruck 3-5 Stunden nach der Operation zu kontrollieren, da es in
der Zeit oft zu Druckanstiegen kommen kann, die aber in der Regel
mit Medikamenten gut zu beherrschen sind.
Es ist auch notwendig, sowohl vor als auch nach der
Operation Kortison in Tablettenform und als Augensalbe zu
verabreichen um die oft massive Entzündung zu behandeln – eine
Maßnahme, die beim Menschen nicht notwendig ist. Auch sind nach der
Operation zunächst häufige Kontrollen wichtig, um Komplikationen
begegnen zu können.
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