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Neurologische Erkrankungen
Horner Syndrom
Das Horner Syndrom ist ein Symptomenkomplex, der durch Ausfall eines Nerven – des
Sympathikus – entsteht.
Die klassische Symptomen-Trias besteht aus einer Miose (enge Pupille durch Ausfall
des Musculus dilatator pupillae), einem Enophthalmus (Einsinken des Augapfels durch
Ausfall des Musculus orbitalis) und dadurch bedingt zu einem Nickhautvorfall und
zu einer Ptosis (Herabhängen des Oberlides durch Ausfall des
Müllerschen Muskels).
Es müssen aber nicht alle drei Symptome zu sehen sein. Beim Pferd kommt es oft zusätzlich
zum vermehrten Schwitzen und erhöhter Hauttemperatur am Hals der betroffenen Seite
und beim Rind zu einer Trockenheit der betroffenen Flotzmaul-Hälfte.
Der Sympathikus entspringt im Gehirn, läuft dann in der Halswirbelsäule und tritt
am Beginn der Brustwirbelsäule aus, um oberhalb von Luft- und Speiseröhre zurückzulaufen.
Nachdem er durch das Mittelohr gelaufen ist, versorgt er schließlich unter anderem
die oben erwähnten Strukturen des Auges. Am häufigsten kommt es zu Schädigungen
durch eine Ohrenentzündung oder unsachgemäße Reinigung des Gehörganges sowie starkem
Zug am Halsband. Auch Gehirntumore können zu einem Horner Syndrom führen. Beim Golden
Retriever gibt es ein idiopathisches Horner Syndrom (Ursache nicht bekannt), das
spontan auftritt.
Die Diagnose kann durch Eintropfen von Phenylephrin-Augentropfen gestellt werden,
da diese die Funktion des Nerven ersetzen und die Symptome dadurch für kurze Zeit
verschwinden. Die Therapie besteht in der Behandlung bzw. Behebung der Ursache (z.B.
Umstellung von Halsband auf Brustgeschirr). Unterstützend können auch Vitamin B-Präparate
verabreicht werden. Es dauert aber zumeist mehrere Wochen, bis sich der Nerv erholt
hat.
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Vergleichende Aufnahme beider Augen eines Golden Retrievers mit Horner Syndrom des
rechten
Auges: Pupille kleiner (Miose), Auge liegt tiefer in der Augenhöhle (Enophthalmus)
und dadurch bedingter Vorfall des 3. Augenlides, Oberlid hängt (Ptosis).
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