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Erkrankungen der Netzhaut
Die hypertensive Retinopathie
Häufige Ursache einer „plötzlichen“ Erblindung bei
der alten Katze ist ein Bluthochdruck. Dieser kann durch ein
Nieren-, ein Herz- oder ein Schilddrüsenproblem verursacht werden.
Es kommt dabei durch eine Unterversorgung der Gefäßwände der
Netzhaut mit Sauerstoff zu einem Lecken von zuerst Flüssigkeit und
später auch Blut. Das Frühstadium wird oft vom Tierbesitzer nicht
erkannt. Erst wenn es durch eine Netzhautablösung und
großflächigeren Netzhautblutungen zur völligen Erblindung kommt,
wird das Anlaufen gegen Möbelstücke und ähnlichem bemerkt. Es muss
primär die Grundursache herausgefunden und behandelt werden. Soweit
es der Allgemeinzustand des Tieres erlaubt, können Kortisontabletten
verabreicht werden, damit es zu einem wieder Anlegen der
Netzhaut
kommt.
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Durch einen
Bluthochdruck bedingte Einblutung in die
vordere Augenkammer beider Augen (Ursache: Herzfehler) |
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Plötzliche erworbene
Netzhautdegeneration
(Sudden Aquired Retinal Degeneration, SARD)
Durch das Absterben der Sehzellen kommt es bei der
SARD zu einer plötzlichen Erblindung, ohne dass zu Beginn
Veränderungen der Netzhaut zu sehen sind. Nach einigen Wochen ähnelt
das klinische Bild der PRA (siehe oben).
Die Ursache ist bisher nicht bekannt. Die Erkrankung
tritt gehäuft bei Dackeln mittleren Alters auf und eine Verbindung
zum Cushing (Erkrankung der Nebenniere oder Zirbeldrüse) wird
diskutiert.
Die Diagnose kann mit Hilfe eines Elektroretinogramms
(ERG)
gestellt werden.
Bei SARD ist mittels ERG keine
Netzhautfunktion nachweisbar.
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Netzhautdysplasie (Retinadysplasie,
RD)
Die Netzhautdysplasie entsteht durch eine fehlerhafte
Reifung der
Netzhaut in der Embryonalentwicklung. Sie kann auch in
Verbindung mit anderen Augenveränderungen auftreten. Man kennt drei
Grade: Beim ersten Grad sind einzelne oder mehrere Falten auf der
Netzhaut zu sehen (fokale oder multifokale RD, RD 1), der zweite
Grad zeichnet sich durch großflächigere Veränderungen aus
(geographische RD, RD 2) und beim dritten Grad kommt es zur Abhebung
der Netzhaut (komplette RD, RD 3).
Die häufigste Ursache ist eine erbliche
Fehlentwicklung, es können aber auch Virusinfektionen, Vitamin
A-Mangel, Strahlen, verschiedene Medikamente und ein Trauma des
Embryos zu diesen Veränderungen führen.
Die Erkrankung ist normalerweise nicht fortschreitend
und bedarf daher meist auch keiner Behandlung.
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Progressive Retinaatrophie
(PRA)
Bei der PRA kommt es zu einem langsam
fortschreitenden (progressiv) Zugrundegehen (Atrophie) der Sehzellen
der
Netzhaut (Retina). Da im Normalfall zuerst die Stäbchen
betroffen sind, fällt zunächst ein schlechtes
Dämmerungssehen/Nachtblindheit auf. Die Erkrankung führt in der
Regel rasseabhängig – meist mit 6-9 Jahren – zur Erblindung.
Die PRA ist eine Erbkrankheit und wird bei den
meisten Rassen autosomal rezessiv vererbt – d.h. es muss
sowohl das Mutter- als auch das Vatertier zumindest Träger der
Krankheit sein, damit der Nachkomme erkrankt.
Die Erkrankung ist zwar nicht schmerzhaft, kann aber
in der Folge zu einem grauen Star (Katarakt) führen, der zu einer
Entzündung im Auge und einem grünen Star (Glaukom) führen kann.
Die Diagnose der PRA erfolgt durch die Vorgeschichte
und das klinische Bild. Sie kann durch ein Elektroretinogramm
bestätigt werden – vor allem in Fällen, wo der Blick auf die
Netzhaut bereits durch einen grauen Star verdeckt wird. Seit einiger
Zeit ist es auch möglich, bei verschiedenen Rassen einen Gentest
durchzuführen und so auch Träger der Krankheit zu erkennen. Diese
Blutuntersuchung kann eine Zuchtuntersuchung auf erbliche
Krankheiten jedoch nur ergänzen, nicht aber ersetzen.
Bis heute gibt es keine Behandlungsmöglichkeit.
Wichtig ist jedoch, regelmäßige Kontrollen durchzuführen, um die
durch den grauen Star entstehende Entzündung rechtzeitig therapieren
zu können und so Spätfolgen vorzubeugen. Auch sollte mit dem
betroffenen Tier nicht gezüchtet werden.
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