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Erkrankungen der Hornhaut
Die
Boxerkeratitis
Bei der Boxerkeratitis kommt es zu einem
oberflächlichen Hornhautgeschwür, das dadurch entsteht, dass
die
Verbindung zwischen der äußersten (Hornhautepithel) und der darunter
liegenden Hornhautschichte nicht richtig ausgebildet ist. Das
Hornhautepithel wächst zwar wieder über den Defekt, haftet aber
nicht richtig und ist daher leicht wieder abzulösen. Wird diese
schmerzhafte Erkrankung nicht behandelt, kann sie mitunter
monatelang bestehen bleiben. Die Therapie besteht in einer Ablösung
des losen Epithels und einem gitterförmigen Ritzen der betroffenen
Stelle („Gritkeratomie“) um feine Narben zu schaffen, die das
Epithel halten. In therapieresistenten Fällen kann die betroffene
Hornhautstelle auch chirurgisch oberflächlich abgetragen werden.
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ç
vor
nach è
Gritkeratomie |
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Die Herpesinfektion der
Katze
Das
Feline Herpesvirus 1 ist am „Katzenschnupfenkomplex“
beteiligt und verursacht hier nach einer Tröpfcheninfektion
gemeinsam mit dem Felinen Calicivirus, Chlamydien und
Mykoplasmen Symptome des Atmungstraktes. Nach Abklingen der Symptome
kommt es bei 80% der Katzen zu einer Latenz – d.h. das Virus zieht
sich ins Zentralnervensystem zurück und „schläft“ dort solange, bis
es nach einer Unterdrückung des Immunsystems durch etwa Stress oder
Kortisongabe wieder reaktiviert wird. Es kann zu Symptomen an der
Binde- und Hornhaut führen, die unbehandelt schwerwiegende Folgen
haben können.
Die Therapie ist oft
sehr langwierig und es kann nach einiger Zeit zu einem erneuten
Auftreten der Krankheit kommen.
Das Herpesvirus wird für 4 Krankheitsbilder
verantwortlich gemacht:
Die
Herpeskonjunktivitis
Als Konjunktivitis wird eine Entzündung der Bindehaut
bezeichnet. Es kommt zu einer Rötung und Schwellung der Bindehaut
und einem Augenausfluss.
Die Herpeskeratitis
Bei der Hornhautentzündung kommt es in
unterschiedlichem Ausmaß zu einer Trübung der Hornhaut durch
Einwandern von Entzündungszellen bzw. Narbenbildung,
Flüssigkeitsansammlung in der Hornhaut (Hornhautödem),
Hornhautgeschwüren unterschiedlicher Tiefe und Einwachsen von
Blutgefäßen in die sonst gefäßlose Hornhaut. Die Katzen zeigen
Symptome wie vermehrten Tränenfluss, ein rotes und trübes Auge und
durch Schmerzen bedingtes Zusammenzwicken der Lider. Es können ein
oder beide Augen betroffen sein.
Die Schwarze
Hornhautnekrose
Bei der schwarzen Hornhautnekrose kommt es zu einem
Absterben (Nekrose) und einer Braunfärbung von
Hornhautgewebe. Diese
Braunfärbung kann von einem zarten braunen Schimmer bis zu einer
lackartigen Schwarzfärbung reichen. Auch kann es zu einer rauchigen
Trübung und Einwachsen von Blutgefäßen um die gefärbte Stelle
kommen. Es sind vermehrt Perserkatzen betroffen. Ursachen sind neben
dem Herpesvirus auch eine Fehlstellung der Lider. Selten fällt der
gefärbte Bereich von selbst ab, kann dann aber mitunter ein Loch in
der Hornhaut hinterlassen. Die Therapie der Wahl ist eine Operation,
bei der die veränderte Hornhaut mit einem Skalpell abgetragen wird
(Keratektomie) und je nach Tiefe des verbleibenden Hornhautdefektes
entweder das 3. Augenlid für 2 Wochen über das Auge genäht wird
(Nickhautschürze) oder als Ersatz für die Hornhaut Bindehaut
aufgenäht wird (Konjunktivalflap).
Die Eosinophile
Keratitis

Bei der eosinophilen Keratitis kommt es ebenfalls zu
einer Entzündung der Hornhaut, die oft durch ein massives Einwachsen
von Blutgefäßen und der Bildung von weißen Auflagerungen
charakterisiert ist. Das Herpesvirus ist dann meist nicht mehr in
der Hornhaut vorhanden, der Körper reagiert aber oft noch weiter und
richtet die Entzündung gegen das eigene Hornhautgewebe. Als Therapie
müssen - manchmal lebenslang - entzündungshemmende Augensalben
verabreicht werden.
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Symblepharon/Pseudopterygium
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Bei Katzenwelpen kommt es im Zuge einer
Herpesinfektion am Auge oft zu einer massiven Ausschwitzung von
Entzündungsprodukten durch die Bindehaut. Infolge dessen kann es
zu dauerhaften Verklebungen der Bindehaut mit der Hornhaut (=
Pseudopterygium) oder der Bindehaut miteinander und somit einer
Verklebung der Lider und/oder der Nickhaut (= Symblepharon)
kommen.
Neben der medikamentellen Therapie sollten in
solch einem Fall in der akuten Phase täglich die Verklebungen
unter Eintropfen eines Lokalanästhetikums und mit Hilfe einer
Pinzette gelöst werden.
Bild:
Pseudopterygium
einer
8jährigen Katze. |
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Hornhautdystrophie
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Bei der Hornhautdystrophie kommt es zu einer
lokalen Trübung der Hornhaut durch Einlagerung von
Fettkristallen. Sie ist erblich bedingt, ohne äußere Ursache,
meist beidseitig und tritt bei verschiedenen Rassen in typischer
Form auf.
Es sollten Stoffwechselstörungen mittels Bluttest
ausgeschlossen werden, die zu ähnlichen Hornhauttrübungen führen
können.
Therapeutisch kann der betroffene Hornhautteil
chirurgisch entfernt werden, in der Regel wird das Sehen jedoch
nicht so stark eingeschränkt, als dass eine Therapie nötig wäre.
Auch kann die Trübung nach einer Operation wiederkehren.
Bild: Dackel, 12 Jahre:
kreisförmige Trübung der Hornhaut beider Augen.
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Die endotheliale Hornhautdystrophie
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Die Hornhaut befindet sich normalerweise in einem
„entwässerten“ Zustand, der durch eine Pumpe in der innersten
Hornhautschichte aufrecht erhalten wird. Ist diese Pumpe defekt, so
trübt sich die Hornhaut durch die vermehrte Wassereinlagerung ein.
Unbehandelt kann es zur Bildung von Blasen bis hin zur Perforation
des Auges kommen. Als Therapie wird die Hornhaut in regelmäßigen
Abständen punktförmig gekautert (mit Hitze behandelt), sodass
weniger Flüssigkeit eingelagert werden kann.
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Kollagenaseulkus
Während der normalen Hornhautheilung werden Proteasen
und Kollagenasen produziert, die abgestorbene Zellen entfernen
sollen. Hornhautepithelzellen, weiße Blutkörperchen,
Bindegewebszellen aber auch Krankheitserreger wie Pilze und
Bakterien können sie erzeugen.
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Frettchen mit
Kollagenaseulkus des rechten Auges
nach einer Kratzverletzung. |
Wenn es zu einem Überschuss dieser Stoffe kommt, wird
auch gesundes Hornhautgewebe angegriffen – die Hornhaut beginnt
„einzuschmelzen“. Dieser Prozess kann mitunter sehr schnell vor sich
gehen und ein rasches therapeutisches Eingreifen ist daher sehr
wichtig. Zunächst sollten mögliche auslösende Krankheitsprozesse
ausgeschlossen werden (z.B. Distichien, ektopische Zilien,
Fremdkörper). Je nach Stadium kann mit Medikamenten therapiert oder
muss eine Operation (Bindehautlappen) durchgeführt werden. Bei der
medikamentellen Therapie ist es wichtig, neben Antibiotika und
entzündungshemmenden / schmerzstillenden Medikamenten auch ein die
Kollagenasen hemmendes Medikament zu geben. Das können etwa 0,25%ige
Na-EDTA-Augentropfen sein, die am Beginn sehr häufig eingetropft
werden müssen. Sollten diese Tropfen nicht vorrätig sein, kann dem
Tier als Alternative auch Blut abgenommen und nach dem
Zentrifugieren das Plasma in Augentropfflaschen gefüllt werden. Es
ist dann im Kühlschrank ca. 1 Woche haltbar.
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Die Schäferkeratitis
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Die Schäferkeratitis hat ihren Namen durch das
häufige Auftreten beim Schäferhund, kann aber bei allen Hunderassen
gefunden werden. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung –
der Körper richtet sich gegen das eigene Hornhaut- und
Bindehautgewebe. Es kommt zur Braunfärbung (Pigmentierung) der
Hornhaut, Einwachsen von Gefäßen und Fetteinlagerungen. Diese
Veränderungen
können bis zur Erblindung führen, obwohl das restliche
Auge gesund ist. Die Therapie besteht in einer lebenslangen lokalen
Unterdrückung der Immunantwort mittels Cyclosporin- und/oder
Kortison-Augensalben.
Bild: Deutscher Schäferhund, 5
Jahre. |
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Beagle mit
plasmazellulärer
Infiltration der Nickhaut (Sonderform der Schäferkeratitis)
- die Nickhaut ist depigmentiert und es sind Bläschen an der
Außenseite zu sehen. |
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