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Erkrankungen der Augenhöhle
Retrobulbärer Prozess
Von einem retrobulbären Prozess spricht man, wenn das Krankheitsgeschehen hinter
dem Auge (=retrobulbär) liegt. Die Symptome einer solchen Erkrankung sind eine Verschiebung
des Augapfels meist nach vorne (=Exophthalmus), ein Vorfall der Nickhaut und unspezifischere
Symptome wie ein rotes Auge und Augenausfluss. Wird das Auge so weit aus der Augenhöhle
herausgedrückt, dass ein Schluss der Lider darüber nicht mehr möglich ist, kann
das zu einem Austrocknen der Hornhaut führen. Es sollte auch unbedingt die Maulhöhle
untersucht werden. Hinter dem letzten Oberkieferbackenzahn befindet sich bei Hund
und Katze eine Stelle, an der die Augenhöhle nicht von Knochen eingeschlossen ist.
Bei Druck auf das Auge sollte sich daher das Gewebe bei einem gesunden Tier hier
vorwölben. Auch lässt sich das betroffene Auge nicht so weit in die Augenhöhle zurückdrücken.
Ursachen können eine Entzündung (Abszess = Ansammlung von Eiter, Phlegmone = Entzündungszellen
im Gewebe, autoimmune Erkrankungen der Augenmuskeln) oder eine Neoplasie (Krebs)
sein. Ein Abszess unterscheidet sich von einer Neoplasie meist dadurch, dass das
Öffnen der Maulhöhle schmerzhaft ist (da der Entzündungsprozess in das nahe gelegene
Kiefergelenk ausstrahlt), oft schneller entsteht und auch Symptome wie Fieber vorhanden
sein können. Auch kann es zu einer Rötung der Stelle hinter dem letzten Oberkieferbackenzahn
kommen bzw. im Fall eines fortgeschrittenen Stadiums einer Neoplasie kann das veränderte
Gewebe bis in die Maulhöhle einwachsen.
Die Diagnose kann durch ein Ultraschall, Röntgen und/oder Magnetresonanz oder Computertomographie
gestellt werden.
Die Therapie erfolgt bei einem Abszess bei Hund und Katze in der Spaltung unter
Vollnarkose von der Maulhöhle aus hinter dem letzten Oberkieferbackenzahn, sodass
das Auge erhalten werden kann. Es muss dann oft für 1-2 Wochen die Lidspalte zugenäht
werden um die Hornhaut zu schützen.
Bei einer Neoplasie ist die Behandlung von Art, Bösartigkeit und Verhalten abhängig.
Gutartige und gut begrenzte Neoplasien können unter Umständen augenerhaltend von
der Seite her mit einer „Lateralen Orbitotomie“ entfernt werden. Verschiedene Neoplasiearten
sprechen auch gut auf eine Chemotherapie an (z.B. Lymphom).
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linkes Auge: multiples Myelom im unteren Bereich
der Augenhöhle. Das Auge wird nach oben gedrückt, die Nickhaut ist vorgefallen und
es kommt zu vermehrtem Tränenfluss. Der Hund hatte zusätzlich Knochen- und Hautveränderungen,
sodass eine Chemotherapie durchgeführt wurde.
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rechtes Auge: retrobulbäre Neoplasie mit Einwachsen in
Nasenhöhlen und Nebenhöhlen und Auflösung des Knochens.
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Malteser, 11Jahre:
Retrobulbäres Hämangioperizytom (Neoplasie von Zellen der Blutgefäße ausgehend)
- dadurch hochgradiger Exophthalmus und Strabismus (Schielen) zur Seite.
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